Ohr an Ohr mit dem Feindbild



Als Bürger des "grossen Kantons im Norden" übersieht man manchmal, welch' wertvolle Dienste die Schweiz uns hier im besten Deutschland aller Zeiten leistet. Zeit also DANK zu sagen, insbesondere den unermüdlichen Redakteuren der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ), die sich von der langweiligen Neutralität zunehmend losgesagt haben (wenngleich historisch gesehen diese Neutralität dem Land der Eidgenossen einmalig lange Friedenszeiten beschert hat). So beglückt mich die NZZ seit einiger Zeit mit ihrem "Briefing" genannten eMail-Teaser, der auf die besten Artikel in der Online-NZZ verweist. Der zweite Punkt des letzten Briefings enthüllt nun einen Vorgang, den etwa meine Lokalzeitung vollkommen verschlafen zu haben scheint. Aus Berlin wird berichtet:

"Sicherheitsexperten des Digitalministeriums ziehen unmittelbar neben das Russische Haus" *1

Ein Skandal! Wo doch "jeder weiss", "dass Agenten des Kremls hier [im Russischen Haus] ein- und ausgehen" - ob das der NZZ-Reporter von Kontakten in "Frankreichs Innenministerium" oder aber von Roderich Kiesewetter erfahren hat, bleibt leider unklar. Jedenfalls erscheint vor dem inneren Auge ganz lebhaft das Bild von russischen Finsterlingen, die mit dem Ohr an der Wand zum Nachbargrundstück förmlich kleben.

Schändlicherweise wird die drohende Gefahr für die "Resilienz öffentlicher Telekommunikationsnetze" (mit dem sich das fragliche Amt u.a. beschäftigt) von den Berliner Behörden heruntergespielt: "Alle empfohlenen Sicherheitsmassnahmen würden 'konsequent umgesetzt'". Dabei kann doch garnicht ausgeschlossen werden, dass die Russki-Agenten nicht nur ihre Ohren benutzen, sondern frecherweise vielleicht eine Art U-Boot-Periskop, wie es James Bond in einem Agententhriller *2 von 1963 zum Aushorchen und Ausspähen der Sowjet-Botschaft in Istanbul benutzte, nachbauen könnten.

Andererseits: Wieso sollten sich die russischen Agenten überhaupt bislang im Russischen Haus aufhalten - um Stimmungsbilder von den sicher "Putin-verblendeten" Besuchern zu erfragen? Wäre die Russische Botschaft, wenige Gehmiuten entfernt, nicht ein besser geeigneter Ort, um Erkenntnisse auszutauschen und ggf. an Moskau zu übermitteln? Freilich, "wie jeder weiss", sind die Russkis zwar hinterhältig, aber auch strohdumm. Gab es da nicht neulich diese Meldung, dass über die Hälfte der Schulanfänger in Moskau nicht einmal russisch sprechen können? Oder verwechsle ich das mit einer Meldung aus Berlin? (https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2025/08/grosse-sprachdefizite-bei-berliner-schulanfaengern.html)

Zwar mag der NZZ-Reporter seine Quellen nicht direkt benennen, spricht nur von ominösen "Experten" - ob deutscher, schweizerischer oder sonstiger Provenienz bleibt unklar. Nur der umtriebige Herr Kiesewetter wird namentlich genannt. Dass das Russische Haus in Berlin "als Nest für Agenten des Kremls" gelte, scheint dem Redakteur so sehr unumstösslicher Fakt zu sein, wie unserem Aussenminister Wadepful, das "Russland immer unser Feind" sein werde.

Mich jedenfalls hat diese NZZ-Nachricht aufgeschreckt - bin ich nicht vor garnicht so langer Zeit selber über einen Abschnitt der Friedrichstrasse gelaufen, der dem "berüchtigten Russischen Haus" nahe liegt? Die Schuhe, die ich damals getragen habe, werde ich umgehend entsorgen - es könnte ja sein, dass sie irgendwelche Viren von den "aus- und eingehenden" russischen Agenten aufgesammelt haben. Die NZZ könnte dem Nachbarn im Norden noch einen weiteren Freundschaftsdienst erweisen, wenn sie die Berliner Stadtreinigung zur täglichen Desinfektion der Bürgersteige in der Friedrichstrasse auffordern würde. Nicht, dass sich noch andere unschuldige Touristen mit "Russki-Viren" kontaminieren...

(23.08.2026)



*1 https://www.nzz.ch/deutschland/politik/vis-a-vis-mit-den-spionen-moskaus-das-digitalministerium-zieht-direkt-neben-das-russische-haus-ld.10019864?utm_source=MoEngage&utm_medium=EMAIL&mktcid=nled&mktcval=164&kid=nl164&ga=1

*2 in "From Russia with Love" - (https://de.wikipedia.org/wiki/James_Bond_007_–_Liebesgrüße_aus_Moskau)



www.truthorconsequences.de